Berliner Radler engagieren sich beim Radentscheid, denn…

By | 6. Mai 2016
(Foto: Norbert Michalke)

(Foto: Norbert Michalke)

Tim Birkholz aus Prenzlauer Berg:

„Warum fahren die Menschen in Kopenhagen häufiger Rad als in Berlin? Die Antwort auf diese Frage weiß ich, seit ich 2009 das erste Mal dort war. Die Antwort ist faszinierend einfach: Es sind bessere Radwege und vor allem eine Politik und Planung, die das Fahrrad ernst nimmt. Das Fahrrad ist Chefsache und für alle Menschen ein völlig normales Verkehrsmittel. Die Radwege sind so sicher und gut, dass auch Kinder und alte Menschen entspannt und sicher radeln können.

In Berlin ist Fahrradfahren eher etwas für erfahrene Radfahrer, häufig muss man direkt auf der Straße fahren oder ist nur durch etwas Farbe vor den Autos ‚geschützt‘. Wer nicht so sicher auf dem Rad ist oder lieber stressfrei und entspannt radelt, fährt entweder gar nicht oder nur selten. Das habe ich schon oft als Antwort gehört, wenn ich Menschen frage, warum sie in Berlin kein Fahrrad fahren.

Dabei ist die Lösung ganz einfach: lernen von denen, die es können. Copy & Paste, abgucken und das Beste kopieren. In Kopenhagen oder auch den Niederlanden. So machen das mittlerweile Paris, London, Barcelona oder New York. Und plötzlich fahren dort Menschen Fahrrad, obwohl sich das vor 10 bis 15 Jahren noch kaum jemand getraut hat. In Berlin fahren ja schon viele Menschen Fahrrad, aber eher trotz als wegen der Politik.

Ich engagiere mich beim Radentscheid, weil ich mir das Radfahren in Berlin so attraktiv und sicher wünsche, dass es für noch viel mehr Menschen in Berlin einfach die beste Option ist, um von A nach B zu kommen.“