„Sit-in“ in Gedenken an getöteten Autofahrer, gegen das Nichtstun von Innensenator Henkel, Verkehrssenator Geisel und weitere Verantwortliche

By | 2. Februar 2016

Berlin, 2. Februar 2016. Anteilnehmende Bürger, Fahrrad-Aktivisten und Autofahrer protestieren mit einem „Sit-in“ heute Abend um 18:30 Uhr auf dem Tauentzien/Ecke Nürnberger Straße. Sie gedenken des getöteten Autofahrers und setzen ein Zeichen gegen die politisch Verantwortlichen. Am frühen Montagmorgen töteten Raser bei einem illegalen Rennen mit mehreren Rotlicht- und Geschwindigkeitsverstößen einen Unschuldigen. Illegale Autorennen sind auf dem Tauentzien und dem Kurfürstendamm seit langem bekannt, Innensenator Frank Henkel (CDU), Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsident Klaus Kandt schauen offenbar tatenlos zu. Die Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ lädt die Berliner zum Sit-in ein, um mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu fordern.

In Berlin und anderen deutschen Städten steigt die Zahl illegaler Autorennen rapide an. Die Raser missachten rote Ampeln, werden nur durch wenige „Blitzer“ gestört, bei Mutproben wird der Tod Unschuldiger in Kauf genommen.

„Innensenator und Polizeipräsident schauen bereits bei gefährlichem Falschparken in zweiter Reihe und auf Radstreifen billigend zu und setzen damit das falsche Signal. Eine kleine Minderheit asozialer Autofahrer weiß, dass ihr Treiben unerkannt bleibt und die volle Härte des Gesetzes ausbleibt“, sagt Heinrich Strößenreuther, Initiative Clevere Städte und Mitinitiator des Volksentscheids Fahrrad. „Es hätte jeden treffen können: Autofahrer, Fußgänger, Rad- oder Motorradfahrer.“

Der mutmaßliche Todesfahrer kommt offenbar aus Moabit. Dort ist der Radstreifen auf der Turmstraße regelmäßig zugeparkt, Verkehrsüberwacher (Politessen) oder Polizei werden dort kaum gesehen. Die Täter lernen, dass der vorsätzliche Verstoß der StVO beispielsweise schon mit dem Parken auf dem Radstreifen keinerlei Konsequenzen hat und politisch billigend in Kauf genommen wird. Diese Erfahrung bestärkt darin, dass auch potenziell tödliche Geschwindigkeits- und Rotlicht-Verstöße keine Folgen haben. Der Täter war polizeibekannt.

„Wenn sich politisch Verantwortliche nicht ausreichend um Kontrollen kümmern, dann weiß auch jeder potenziell tötende Raser, dass Russisches Roulette auf der Straße toleriert wird“, so Strößenreuther weiter. „Henkel und Co müssen qua Amt stärker durchgreifen und durch mehr Polizeipräsenz zeigen, dass sie wirksam für den Schutz aller Verkehrsteilnehmer eintreten.“

Radarkontrollen können mörderische Rennen verhindern, indem sie Täter erfassen und abschrecken. Sichere Radwege mit großem Abstand zur Fahrbahn können manchmal Schlimmeres verhindern; lediglich aufgemalte Radstreifen bieten keinen Schutz vor Rasern. Die bauliche Trennung von Fahrspuren verhindert Rennen. Aber nur die konsequente Strafverfolgung kann auf Dauer weitere Opfer verhindern. „Der Ku’damm ist zu jeder Tages- und Nachtzeit Tatort für Gesetzesverstöße. Wenn die Politik weiter zuschaut, macht sie sich dem Vorwurf der Unterlassung im Amt schuldig.“

Der Volksentscheid Fahrrad ruft über diverse Social-Media-Kanäle zum „Sit-in“ auf dem Tauentzien in Höhe Nürnberger Straße für heute, 18:30 Uhr, auf.

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