Radschnellwege: Auch auf langen Wegen schnell ans Ziel

By | 13. Mai 2016

Auf Radschnellwegen in und durch die Stadt (Foto und Bearbeitung: Norbert Michalke)

Von Beate Hauss, Initiative Volksentscheid Fahrrad

Schnell und direkt mit dem Fahrrad nach und durch Berlin – ob Pendler, Touristen oder andere Radler: Ziele sollen auch in Berlin mit dem Fahrrad an Staus vorbei, zügig und auf möglichst direktem Weg erreichbar sein. Das siebte Ziel des Volksentscheids greift auf, was in den Niederlanden, in London und Kopenhagen bereits mit Erfolg umgesetzt und erweitert wird: Radschnellwege sollen eine neue, tragende Komponente des Berliner Radverkehrsnetzes werden. Um dies in einer einer ersten Stufe wirksam anzustoßen, werden im Gesetzesentwurf unter Paragraph 6 „Radschnellwege“  bereits konkrete Maßnahmen für die Errichtung der ersten Berliner Radschnellwege festgelegt.

Hohe Anforderungen an die Beschaffenheit

Um für alle Verkehrsteilnehmer ein zügiges, sicheres Vorwärtskommen zu gewährleisten, gelten besondere Anforderungen an die Streckenführung und den Ausbau des Weges.Der Gesetzentwurf regelt dabei Mindestanforderungen sowohl an Quantität als auch an Qualität des zu schaffenden Streckennetzes.

So soll innerhalb von 8 Jahren nach Inkrafttreten eine Mindeststrecke von 100 km an Radschnellwegen entstehen, die aufgeteilt in acht bis zehn Teilstrecken die Außenbezirke mit der Innenstadt verbinden und durch Ringstrecken ergänzt werden. Der Belag soll gut befahrbar und der Weg ausreichend breit sein, um auch ein sicheres Überholen zu ermöglichen. Durchgängig autofreie Wegführung und weitgehende Vermeidung von Ampeln und Kreuzungen steigern die Sicherheit und Akzeptanz.

Zu den weiteren Sicherheitsmaßnahmen gehören auch geeignete Beschilderungen und Farbmarkierungen, die den Weg deutlich von anderen Verkehrs- und Wegestrecken abheben. Die Anforderungen orientieren sich sowohl an Studien als auch an erfolgreichen Beispielen aus Dänemark und den Niederlanden.

Verschiedene Interessen, verschiedene Lösungen

Radschnellwege unterscheiden sich in ihrer Zielsetzung von Fahrradstraßen und Radwegen: Fahrradstraßen dienen vor allem als Alternative zu den großen Durchgangsstraßen, um in weniger hektischem Verkehr und besserer Luft die täglichen Strecken zurückzulegen. Radverkehr hat prinzipiell Vorrang, jedoch wird ein zügiges Durchkommen durch Kreuzungen, Anlieger- und Lieferverkehr eingeschränkt. Auf Radschnellwegen ist dank der baulichen und verkehrssichernden Maßnahmen ein durchgängiges Radeln auch mit höheren Geschwindigkeiten möglich. So können auch längere Wege durch die Metropole oder Pendelstrecken aus dem Umland und aus Randbezirken komfortabel und in akzeptabler Zeit zurückgelegt werden. Etliche Bewohner der Außenbezirke erhalten so die Möglichkeit, zum Beispiel mit dem E-Bike zur Arbeit zu fahren. Sie können ihr Auto eventuell sogar abschaffen und dadurch viel Geld sparen.

Entlastung für Straßen und öffentliche Verkehrsmittel

Die Planung der Streckenführung soll insbesondere die wichtigsten Pendelrouten einschließen. Mit sinnvollen Anschlüssen an das Berliner Radverkehrsnetz wird eine hohe Akzeptanz der Radschnellwege erreicht. Wie die Erfahrungen aus anderen Städten und Ländern zeigen, wird damit auch für den Autoverkehr und die öffentlichen Verkehrsmittel eine echte Entlastung erreicht. Denn bei kreuzungsfreier Strecke und auf gutem Belag ist gerade im flachen Berlin das Fahrrad auch auf längeren Strecken eine gute Alternative. Dies kommt auch der vermehrten Nutzung von Pedelecs für weitere Strecken entgegen.

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